Den Foodblog Award von Hubert Burda Media kennt wohl jeder Foodblogger. Was vielleicht nicht so viele wissen: es gibt auch einen Foodblogday, den Hubert Burda Media veranstaltet.
Dieser findet jeweils einmal im Jahr in den Städten Hamburg, Düsseldorf, München und Frankfurt statt und ermöglicht Bloggern an spannenden Workshops teilzunehmen und sich mit anderen Bloggern und Partnermarken von Hubert Burda Media zu vernetzen. So zumindest wird der Foodblogday auf der Homepage angepriesen.

Ich hatte mich damals irgendwann bei dem Newsletter des Foodblogdays angemeldet.
Ich wollte wissen, wer den Foodblogaward 2015 gewinnt und ich wollte News zu den Foodblogdays erhalten. So erhielt ich vor ein paar Wochen die Email, dass man sich zum Foodblogday in München anmelden konnte. Die Anmeldung muss man sich eher als Bewerbung vorstellen: Man sollte seinen Blog (und sich selbst) vorstellen, aber auch genau preisgeben, wieviele Follower man wo hat. Da ich zwar seit über 4 Jahren richtig blogge, aber erst seit 1,5 Jahren im Foodblogbereich, und dies erst seit einem Jahr konsequenter, dachte ich nach dem absenden der Email erstmal: „ob die mich wohl nehmen?“. Denn noch kann ich mit den richtig bekannten Foodbloggern nicht mithalten. Aber schon gar nicht so lange Zeit später erhielt ich meine Zugangsdaten und damit die Anmeldungsfreiheit zu den Workshops.

Ich meldete mich für einen Kurs von Alpro, einen Kurs zum Thema Wildkräuter-Pesto (mit Rapsöl) und zu einem Kaffeekurs von Melitta an. Dazwischen ließ ich immer eine halbe Stunde bis 45 Minuten Zeit, denn die Kurse sollten in unterschiedlichen Locations stattfinden. Praktischerweise wurde ein Ticket zur Nutzung des ÖPNV zur Verfügung gestellt.

Am Samstag, den 21. Mai ging es früh um viertel vor Acht aus Ingolstadt los.
Angekommen am Arabellapark fand ich dank Navi die Hausnummer 23 sofort.
Man wurde strahlend freundlich begrüßt, bekam ein Lenyard mit Namenskarte zum Ausfüllen und eine Agenda.
Im angrenzenden Vortragsraum war ein laktosefreies (!)Frühstücksbüffet aufgebaut und man bekam zur Stärkung einen Kaffee. Übrigens: Meinen ersten Kontakt mit Burda hatte ich, als ich letztes Jahr bei der Bloggeraufgabe der Slowly Veggie mitmachte. Meinen Beitrag findet Ihr hier: Kindheitserinnerungen

Foodblogday München 2016 Hubert Burda Media

Da ich bis jetzt nur Foodblogger aus Baden Württemberg bzw. Stuttgart kannte, aber auch wusste, dass einige alte Münchner Gesichter (die ich in Stuggi und Reutlingen auf dem Barcamp kennengelernt hatte) kommen wollten, wartete ich gespannt, ob ich sie sehen würde. Und wartete… Und wartete… Leider konnte ich keine mir persönlich bekannten Gesichter sehen. Aber zum Glück war ich da nicht die Einzige: da stand eine sympathische, nette, blonde Foodbloggerin genauso wartend und allein im Raum. 😉 So lernte ich die liebe Juli von delicious-stories.de kennen.

Und dann ging auch schon der interessante Vortrag von Max Thinius (Trendforscher) zum Thema der Digitalisierung der Gesellschaft los.

Foodblogday München 2016 Hubert Burda Media Max Thinius

Er sprach darüber, dass 54% unserer Gesellschaft in 2015 Bio Produkte wichtig waren. Und es seit 2016 einen Rückschritt von -14% gibt, da den Verbrauchern der Bio-Bezug fehlt und man nicht mehr richtig einschätzen kann, woher Bio kommt und was Bio ist, wenn z.B. China als Herstellerland draufsteht. Der Gesellschaft ist Bio nicht mehr so wichtig, sondern die Ethik, die hinter den Produkten steckt. Viele Leute, wie auch ich manchmal, recherchieren Dinge wie Herkunft der Zutaten und Ethos der Firmen im Bezug auf Mitarbeiter etc. Man möchte halt wissen, ob das Produkt von Anfang bis Ende fair ist. Er sprach auch über die Digitale Revulotion im Bezug auf unser Einkaufsverhalten. Er erwähnte nebenbei die neue Idee der „All You Need Is Fresh Box“, einer Firma, die alles frisch und ohne Umverpackung liefert (ich dachte eher an die Frischeboxen bei Edeka um die Ecke, die auch bald Aldi einführen wird)… Auch sprach er über seine Studie über die Digitalisierung der Gesellschaft (und deren Nachhaltigkeit), die eine Art Open Source Projekt ist, bei dem der Content durch Blogger (Zukunftsvision in der Lebensmittelbranche) hinzugefügt werden kann. Wenn man teilnimmt, wird man bei der Foodweek in Berlin als Co-Autor mit aufgeführt. Im Moment beteiligen sich daran neun Universitäten und 800 Blogger. Ziel dieser Studien ist es, die positiven Möglichkeiten der Digitalisierung zu finden.

Nach dem Vortrag ging es geschlossen mit den Münchner Foodbloggern Muenchnerkueche, Happyplate und delicicious-stories per U-Bahn zum Odeonsplatz. Von dort liefen wir die Fußgängerzone entlang direkt zum Hotel Louis, wo mein erster Workshop bei Alpro stattfand.

Hier traf ich auch die liebe Sabine von Pastamaniac. Sie hatte ich auch auf dem Foodbloggercamp in Reutlingen kennengelernt und sie ist mein Snapchatguru 😉

Bei Alpro wurden wir mit einem „wer bist Du Cocktail“ begrüßt. Wir sollten uns kurz vorstellen und erraten, was in dem leckeren Cocktail enthalten war. Ich tippte auf Reismilch, Minze und Zitrone. Uuuuund: Bingo! Ich lag richtig! Nur den Ingwersirup erkannte ich nicht. EgaL: das Ganze auf Eis serviert war eine tolle Idee! Auch für die Grillsaison.

Foodblogday München 2016 Hubert Burda Media

Foodblogday München 2016 Hubert Burda Media AlproFoodblogday München 2016 Hubert Burda Media

Der Alpro-Workshop mit Julia Sang Nguyen, Sabine und Marie von Schaetzeausmeinerkueche (die in München lebt und Familie in Sindelfingen hat! Was für ein Zufall wieder!) und drei weiteren Teilnehmern. Schön war diese persönliche Note des Workshops. Deshalb: What happened at Alpro, stays there. 😉 Was ich noch sagen möchte: es gab noch eine interessante Blindverkostung. Diese war sehr schwierig, da man sich ziemlich gut konzentrieren musste. Und man hatte ja noch eine Augenbinde auf, die verhinderte, dass man sah, was man aß.

Der Wildkräuterpesto-Workshop, mein zweiter Workshop, fand „direkt um die Ecke“ im gegenüberliegenden Raum von Alpro statt. Hätte ich gewusst, dass die meisten meiner Workshops so nah beieinander liegen, dann hätte ich sie zeitlich etwas enger legen können. Aber letztendlich war es gar nicht schlimm, denn so hatte ich stets ca. 45 min Zeit, um mich noch mit den anderen Bloggern auszutauschen. Aber ich schweife ab: Zurück zum Pesto-Workshop!

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Foodblogday München 2016 Hubert Burda Media UFOP Rapsöl Wildkräuter Pesto

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Wir wurden aufgeklärt, dass in Deutschland ca. 1,3 mio Hektar Land zum Anbau von Raps genutzt werden, und dass stets eine gewisse Fruchtfolge einhalten wird:
Raps – Weizen – Raps. Raps bereitet Boden für den Weizen vor. Seine Wurzeln durchziehen den gesamten Boden. Auf einem Quadratkilometer durchziehen Haarwurzeln mit der Länge von fast 28 km den Boden! Raps wird ca. 2m hoch und ragt ca. 3m in den Boden, was hier der Bodenlockerung zu Gute kommt (ihr merkt, ich hab gut aufgepasst 😉 ). Der Raps bleibt ca. 11 Monate auf dem Feld. Wenn er im August angebaut wird blüht er im Mai/Juni des darauffolgenden Jahres.
Zur Blüte benötigt er Frost. Dann blüht er vier Wochen, und zwei Monate später erhält man die Saat. Die Saat hat einen Ölgehalt von ca 46%. Raps wird 100% Verwertet.
Das Wassergehalt der Saat liegt bei 8% und wenn es mal im Juli zu stark Regnet und die Saat zu nass geworden ist, beginnt ein langer und aufwendiger Trocknungsprozess. Warum ich das so lang und breit erkläre? Es gibt unterschiedliche Herstellungsarten! Und so hat mir letztendlich das geschälte und kaltgepresste Saatgut in Form von kaltgepresstem Raps-Kernöl am Besten geschmeckt, was die teuerste aller Herstellungsarten ist… Geschmacklich erinnert es an grünen Spargel.

Nach dieser Einführung ging es los. Urs von Urskocht hatte uns ganz viele Wildkräuter, wir Bärlauch, Kapuzinerkresse, Löwenzahn, Brennessel etc. mitgebracht. Auch gab es verschiedene Nüsse (Sonnenblumenkerne, Walnüsse, Haselnüsse und Mandeln), Hanfsamen und Gojibären usw., sowie Parmesan und Feta. Wir durften frei nach Schnauze -getreu meinem Motto Freestyle! – unser Pesto anmischen. Ich war aber etwas verunsichert mit der Art wie ich sonst immer Pesto machte und wollte es besser lernen und so fragte ich Urs aus. Der Käse wird zum Schluss darüber geraspelt. Die Blätter und die Kerne kann man mit dem Öl zusammen kurz pürieren. Danach erst kommt das Salz, der Käse und die Restkerne-oder Nüsse hinzu. Wenn etwas zu bitter ist, kommt Limette oder Zitrone hinzu. Ich erstellte Kapuzinerkressenpesto nach Rezept mit Sonnenblumenkernen, frischen Mangostückchen und Parmesan. Dies durften wir uns in kleine Weckgläser abfüllen und mit Herzchenanhängern beschriften. Natürlich durften wir von jedem Pesto probieren. Die quietschigen Kochschürzen übrigens mit der praktischen Tasche vorne durften wir behalten. Perfekt zum Grillen!

Nach diesem Workshop traf ich mich mit Julia und Christina von NekCab – Backen zum Kaffeetrinken – wiederum „Nebenan bei Kustermann“ 🙂 zu meinem nächsten Workshop. Wie gesagt: hätte ich das nur vorher gewusst 😉

Next Stop war bei Melitta im Raum der Kochschule Kustermann. Kustermann ist ein Einkaufsparadies…. Für Foodblogger. Ich musste mich anstrengen straight zum Workshop zu laufen. Die Goodiebags, die wir in den Kursen bekommen hatten, reduzierten aufgrund ihres schieren Gewichts ( da ziemlich gut gefüllt 🙂 mein eventuelles Einkaufsverlangen.

Foodblogday München 2016 Hubert Burda Media

Foodblogday München 2016 Hubert Burda Media

Foodblogday München 2016 Hubert Burda Media

Foodblogday München 2016 Hubert Burda Media Melitta

Oben waren schon die anderen Blogger fleißig beim Derkuchenbaecker Cheesecake backen. Bei Melitta wurden wir auch herzlichst begrüßt und bekamen auch hier ein paar Fakten. Lustigerweise hatten wir es erst vor ein paar Wochen bei meiner Mama zu Hause in Sindelfingen davon, wieviel Besser der Filterkaffee von Melitta ist und dass sie sich ihn seit Jahrzenten aufbrüht und (Zitat) „dieses neumodische-Kapselzeug“ nicht braucht. Sie filtert also auch von Hand… Zurück zum Workshop: Zuerst lernten wir den neuen Kaffee des Jahres von Melitta kennen; mit feinen Noten dunkler Schokolade. Und wir lernten, dass Melitta jedes Jahr ein neues Geschmackserlebnis aus verschiedenen Ländern auf dem Markt bringt.
Die dunkle Schokonote des Kaffees ist aber kein künstliches Aroma! Es ist das Eigenaroma des Kaffes, das durch die Röstung entsteht. Zusätzlich hingen an den Wänden ein Coffee Tasting Wheel, welches als Norm auch für die Plantagen gilt uns was uns half unser Geschmackserlebnis in Worte zu fasse. Eine Rohbohne hat bis zu 800 Aromen. Diese entstehen erst durch die Röstung. Dabei verliert die Bohne an Feuchtigkeit und gewinnt an Volumen, bis sie sich öffnet und die Aromen heraustreten können. Daher ist eine punktgenaue Röstung sehr wichtig. WIe gesagt, ich hab aufgepasst 😀

Macarons

Foodblogday München 2016 Hubert Burda Media

Foodblogday München 2016 Hubert Burda Media

Dann wurde uns die „Handfiltrations mit einem Porzellanfilter (Keramikfilter)“ erklärt.
Mit diesem Porzellanfilter, auf dem 1 für 4 steht (4Tassen – 400 ml), wird ein Melitta Kaffeefilter hineingesetzt. Vorher wird der Falz abgeknickt. Dann wird der Papierfilter mit heißen, nicht kochendem Wasser befeuchtet.
Dies öffnet die Poren des Papierfilters und der Keramikaufsatz wird vorgewärm.
Dann muss man das austretende Wasser wegschütten. Nun kann es losgehen. Es werden zwei Kaffelot in den Filter gegeben. Das sind dann für ein Filter 7-9 Gramm und ca 400ml Wasser. Das Wasser darf nicht kochen, da der Kaffee sonst verbrennt und die Bitterstoffe statt den Aromen durch kommen. Wer ganz sicher gehen will: Das Wasser sollte ca 92 Grad heiß sein. Zuerst bedeckt man mit dem Wasser das Kaffeepulver und lässt es quellen. Dann wird der Filter von außen nach innen mit dem heißen Wasser aufgegossen. Dies sollte in langsamem und kreisförmigem Eingießen geschehen.
Die ganze Prozedur dauert nur 5 min und man erhält 400ml Kaffee. Zum Kaffee des Jahres haben wir Himbeermacarons bekommen, denn Himbeer verstärkt die Schokonote. Oder noch einfacher: es schmeckt einfach super dazu.

Das geöffnete Kaffeepulver soll man luftdicht verschließen, denn sonst verflüchtigen sich die Aromen und der Kaffee verliert an Geschmack. Man soll ihn dunkel und „kühl“ lagern und innerhalb von ca 3-4 Wochen verbrauchen.

Insgesamt haben wir fünf Kaffees getestet und ich konnte wirklich Unterschiede herausschmecken! Bei dem Kapselkaffee wähle ich persönlich immer nur nach Farbe aus, denn da schmecke ich absolut keinen Unterschied… Oder schmecke es nicht, da ich den immer mit Reismilch verdünne. Bei Melitta konnte ich gut auf „Milch“ verzichten. Denn es war keineswegs bitter.

Abends gab es dann noch eine gemütliche Abschiedsrunde bei Burda direkt.
Wir saßen zusammen draußen und ich war sehr dankbar für den Tag und auch darüber, dass ich so viele Foodblogger treffen konnte bzw. auch neue Bloggerkollegen kennenlernen durfte!

Foodblogday München 2016 Hubert Burda MediaFoodblogday München 2016 Hubert Burda Media

 

Ich bin sicher, ich werde mich immer gerne an diesen wunderbaren Tag erinnern und hoffe auf weitere Gelegenheiten, den Kontakt zu den Münchner Foodbloggern aufrechthalten zu können! Natürlich bedanke ich mich ganz herzlich bei den Veranstaltern der Hubert Burda Media und den Teilnehmenden Firmen, bei denen ich an Workshops teilnehmen durfte. Und bei den lieben Bloggern für das Schöne miteinander. Bis bald!